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Vor der Unterschrift: Jobangebote richtig einschätzen

Wenn sich nach mehreren Wochen oder Monaten, manchmal sogar Jahren, die lange Suche endlich gelohnt hat, und man ein Stellenangebot von einer Firma bekommt, ist die Freude groß. Die Last wird einem buchstäblich von den Schultern genommen; die Ungewissheit hat ein Ende. Doch bei aller Freude ist trotzdem eines geboten: Vorsicht.

Denn in diesem euphorischen Zustand machen Arbeitnehmer/innen nicht selten den Fehler, einem Jobangebot blind zuzusagen – das kann zwar gut gehen, muss es aber nicht. In äußerst schwerwiegenden Fällen bereuen Mitarbeiter/innen die Zusage schon wenige Wochen später, nämlich dann, wenn die Erkenntnis darüber eintrifft, was man da eigentlich unterschrieben hat.

Um diese Situation zu verhindern ist es ratsam, sich das Stellenangebot des Unternehmens trotz aller Überschwänglichkeit vorher genauestens anzuschauen – nicht, dass sich die anfängliche Zufriedenheit plötzlich zum Gegenteil wendet. Das wahrscheinlich Schwierigste daran: das Abwarten. Denn wenn es endlich soweit ist, dass ein potenzieller Arbeitgeber einen endlich nehmen möchte, dann ist man plötzlich mehr als stolz und möchte am liebsten gleich alles unter Dach und Fach bringen, um so schnell wie möglich allen anderen Mitfiebernden Bescheid geben zu können. Doch vor der Unterschrift unter einem Arbeitsvertrag sollte sich jeder zunächst fragen: Ist diese Entscheidung richtig für mich?

Auch der Zeitdruck erleichtert die Situation nicht wirklich. In vielen Fällen, gerade, wenn Arbeitnehmer/innen längerfristig arbeitslos waren, können finanzielle Engpässe entstehen. Um sich nicht zu verschulden, nehmen Viele ein Angebot sofort und ohne Nachfragen an. Aber seien wir mal ehrlich: Ein oder zwei Tage Bedenkzeit stürzen einen auch nicht gleich in den Ruin!

Bedenken Sie, dass Sie – im besten Fall – mehrere Jahre lang Ihre Zeit und Arbeitskraft in dieses Unternehmen stecken werden. Das sollte sich auf jeden Fall für Sie lohnen.

Was also ist unbedingt bei der Prüfung eines Stellenangebots zu beachten? Eigentlich müssen Sie nur folgende drei Fragen für sich beantworten können:

  1. Ist das wirklich der Job, den ich mir wünsche?
    Wer länger auf der Suche nach einer Stelle ist, kommt schnell in die Verlegenheit, den Radius der Suche immer wieder zu erweitern. Stellen, die erst gar nicht in Frage kamen, werden mittlerweile akzeptiert. Wichtig ist: Entspricht das Jobangebot noch zu 100% Ihren Vorstellungen? Wenn nicht, können Sie Kompromisse eingehen? Sind diese annehmbar? Wichtig: Seien Sie ehrlich zu sich selbst, schließlich müssen allein Sie mit dem Job klarkommen.
  2. Was sagt mir mein Gefühl über die Stelle?
    Es mag vorkommen, dass einen das Bauchgefühl täuscht. Trotzdem: Wenn Sie ein ungutes Gefühl bei der Sache haben, gehen Sie diesem auf den Grund. Meistens kommen Zweifel nicht von irgendwo her. Auch wenn eigentlich alles für die Stelle spricht, außer irgendein inneres Gefühl, sollten Sie das Angebot noch einmal überdenken.
  3. Welche Faktoren spielen eine Rolle?
    Diese Frage überschneidet sich teilweise mit der ersten. Die Frage ist, ob die für Sie wichtigsten Faktoren wie z.B. Gehalt, Arbeitsklima und Karrierechancen stimmen, und wo Sie bereit sind, Kompromisse einzugehen. Müssen Sie für diese Stelle sogar umziehen, dann sollte die Entscheidung gut überlegt sein. Stellen Sie sich ruhig auch die Frage, wo Sie sich in fünf bis zehn Jahren sehen, und ob der Job Sie dorthin bringen kann.

Kleiner Tipp: Auch die sogenannte, etwas allgemeinere 10-10-10-Analyse kann bei beruflichen Entscheidungen helfen:

Wie werde ich über meine Entscheidung

  • in 10 Minuten denken?
  • in 10 Monaten denken?
  • in 10 Jahren denken?

(Quelle: Warkentin, Nils (2017): „Jobangebote beurteilen: Worauf Sie achten sollten.“ In: Karrierebibel.de. Online: http://karrierebibel.de/jobangebote-beurteilen. Abgerufen am 08.05.2017)

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